Auch ohne EEG-Umlage sind die Strompreise deutlich angestiegen



ivan

20. Januar 2020 08:50

Creative Commons Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC BY-SA)

Volker Quaschning

Deutschland

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Die INSM schreibt bei INSM-Fakt 9: "Wer seine Stromrechnung begleicht, zahlt nicht nur für Erzeugung, Vertrieb und Transport des Stroms. Den mit Abstand größten Einzelblock bildet dabei die EEG-Umlage. Erzeugung, Transport und Vertrieb werden dagegen tendenziell günstiger." Faktencheck: An dieser Stelle soll der Ausbau erneuerbarer Energien offensichtlich als einziger Kostentreiber bei den Strompreisen verantwortlich gemacht werden. Die Preise für Erzeugung und Verteilung sind von 2000 bis 2013 spürbar angestiegen und seitdem nur sehr leicht gefallen. Dieser Rückgang ist im Übrigen auch auf die starke Konkurrenz durch die erneuerbaren Energien und den damit verbundenen Kostendruck zurückzuführen. Da in Deutschland die erneuerbaren Energien sehr stark ausgebaut wurden und Kraftwerksüberkapazitäten entstanden, mussten die Betreiber konventioneller Kraftwerke ihre Preise senken, um ihren Strom noch absetzen zu können. Durch den geplanten Kernenergieausstieg und steigende ETS-Preise (s. INSM-Fakt 5) sinkt derzeit aber der Wettbewerbsdruck. Die jüngsten Preisentwicklungen an der Strombörse und bei den Netzentgelten weisen darauf hin, dass der Kostenblock Erzeugung und Verteilung auch in den Jahren 2018 und 2019 wieder ansteigen könnte. Selbst wenn die EEG-Umlage komplett gestrichen würde, wäre der Strompreis seit dem Jahr 2000 spürbar gestiegen. Es ist also nicht legitim, die erneuerbaren Energien zum alleinigen Sündenbock für Strompreissteigerungen zu machen.
Auch ohne EEG-Umlage sind die Strompreise deutlich angestiegen CC BY-SA - Creative Commons Namensnennung, Weitergabe unter gleichen Bedingungen